Geschichte des Tapriza Projektes
Die Anfänge in Nepal
Vor der Gründung der Tapriza Schule gab es in der Region keine funktionierende Grundschule. Die nächstgelegene Schule, drei Tage zu Fuss entfernt, befand sich im Distrikthauptort Dunai. Kaum eine Familie konnte es sich leisten, den dortigen Schulalltag zu finanzieren. Die meisten Kinder blieben daher ohne Schulbildung, einige wenige Eltern schickten ihre Kinder – in der Regel die Söhne – in die Bön-Klöster Triten Norbutse in Kathmandu oder Menri in Indien, wo sie unentgeltlich aufgenommen wurden und eine Bildung ohne Verlust der eigenen Kultur und Religion erhielten. Die weltliche Bildung aber blieb dabei auf der Strecke. Unzufrieden mit dieser Situation, setzten sich die Bewohner der Region Phoksumdo gemeinsam mit der Ethnologin Marietta Kind für eine eigene Schule ein, in der zusätzlich zum staatlichen Lehrplan auch tibetische Sprache, lokale Geschichte und Kultur berücksichtigt werden konnte. Die Eltern wollten einerseits ihre eigene Tradition wahren und an die junge Generation weitergeben, andererseits wünschten sie sich eine moderne Ausbildung, um ihren Kindern bessere Zukunftsperspektiven zu ermöglichen. Dies war die Ausgangslage für die Gründung der Tapriza Schule mit dem Ziel, vor Ort Bildung unter Berücksichtigung von Tradition und Moderne anzubieten.
Semduk Lama, Geshe Yungdrung Wangyal, Marietta Kind und später, die zu der Zeit für US Peace Corps arbeitende Catherine Inman kamen zusammen und starteten Pläne für eine eigene Schule in Phoksumdo, welche nebst dem Nepali Schulcurriculum auch Tibetische Sprache und die Lokalkultur im Unterricht ingerieren sollte. Ein wichtiges Anliegen war zudem, dass nicht wie bisher nur Jungs (als Mönche), sondern auch Mädchen eine gute Ausbildung vor Ort erhalten können. Mit dieser Idee zogen sie in den Distrikthauptort, sprachen mit den Vorstehern von Nationalpark, Bildungsoffice und wurden vom sozial engagierten Angad Hamal motiviert und beraten. Ab dann arbeiteten alle in ihren Ländern und vor Ort für das Fundraising und den logistischen Aufbau der Schule, der Vereine und die Kooperation mit dem Bildungsdepartement.
Geshe Yungdrung Wangyal ist inzwischen leider gestorben, hinterliess aber seinen Geist und wichtige Spuren für das Projekt. Die drei anderen Gründungsmitglieder bilden bis heute ein international kooperierendes Team.