Regionalkultur und Workshops

Neben dem Schulbetrieb lag ein Fokus seit Begin auf der Förderung der Lokalkultur und des traditionellen Wissens. Während wir im Unterricht auf Lokalkultur setzen, ist es uns auch ein Anliegen, uns gemeinsam mit der Bevölkerung für deren Erhalt einzusetzen. Dafür setzen wir auf Workshops für Wissenstransfer.

Hierbei handelt es sich um Workshops und Kurse für Erwachsene in der Region, die von den Dorfbewohner*innen angefragt wurden. Wir unterstützen sie dabei, diese umzusetzen und zu finanzieren. Dabei haben wir in der Vergangenheit unter anderem Teppich-Knüpfen, Nähen, Thanka Workshops und Englisch-Kurse mitfinanziert. Über Aktuelles berichten wir immer auf unserer News-Seite

Diese Workshops sind einerseits wichtig, um traditionelles Wissen an eine neue Generation weiterzugeben, andererseits, um neues Wissen in Dolpo zu verbreiten, welches wichtig für künftiges Einkommen ist.

 


Pungmo Khung Lu - uralte Gesänge aus Pugmo Projekt

In Pugmo gibt es sehr altes klassisches Liedgut, welches auf wunderbare Weise die traditionelle Lebensweise, den harten Alltag, die Natur und die Pilgerreisen besingt. Durch die Initiative von Semduk Lama wurden die Lieder und ihre Vortrags- und Tanzweise von den letzten Spezialist*innen an die nächste Generation unterrichtet. Erste einfache Aufnahmen wurden ergänzt durch ein Kooperationsprojekt mit Musikern des Ethnomusik Instituts in Kathmandu. Gemeinsam mit dortigen Musikern wurde unter Koordination von Semduk Lama und Eric Shresta ein musikalischer Austausch verwirklicht, welcher der Tapriza Verein dank einer Spezialspende gemeinsam mit Spendern aus Kathmandu unterstützen konnte. Der bisherige Höhepunkt war ein Auftritt zum 100-jährigen Geburtstag des grossen Bön-Meisters Lopon Tenzing Namdak und ein weiterer Auftritt im Moksha Patan. Das Fundraising dieses Anlasses sowie unsere Unterstützung sollen die Aufnahme, Dokumentation und Archivierung dieser unbezahlbaren Musik ermöglichen.

Artikel im Everestpedia zum Auftritt.


Urgyen Bayjee renoviert die Wandmalereien im Ringmo Chorten © Semduk Lama.
Böngottheiten im Ringmo Chörten, unten rechts wir als Sponsoren © M. Kind

Thankamalerei

Im Winter 1999 fanden in Phoksumdo und Kathmandu Kurse in der traditionellen tibetischen Thankamalerei unter der Leitung des lokalen Meisters Yungdrung Yise Lama (auch Yungyel genannt) statt. Der erste Kurs ermöglichte acht Jugendlichen – darunter erstmals eine Frau – die Teilnahme. Die Absolvent*innen des Kurses setzen ihr Wissen seither aktiv ein, indem sie Wandmalereien in Klöstern (Gompas) und Schreinen (Chörten) restaurieren oder neue Thankas anfertigen. Um die Weitergabe dieses Kunsthandwerks trotz des schwindenden Augenlichts von Yungdrung Yise zu sichern, wurden talentierte Jugendliche für eine Weiterbildung nach Kathmandu geschickt. Im Winter 2006 konnte Yeshi Sangmo, die erste und beste Abgängerin, ihre Ausbildung dort erfolgreich fortsetzen. Inzwischen gibt es auch wieder junge Thankamaler*innen aus Dolpo, die aktiv tätig sind.


Holzschnitz-Kunst

Ein lokaler Meister war über Jahre für kunstvolle wie alltägliche Holzschnitzereien zuständig, darunter Säulen, Altäre, Sättel und Götterfiguren. Sein Sohn, der bereits Erfahrung in der Thankamalerei hatte, konnte dank eines Stipendiums im Winter 2004/2005 seine Fertigkeiten in einer Holzschnitzwerkstatt in Kathmandu vertiefen. Nach dem Tod seines Vaters übernahm er dessen Rolle und ist seither für die traditionellen Holzarbeiten verantwortlich.


Typischer einfacher Phoksumdo Teppich © Marietta Kind

Teppich Knüpfen

Im Jahre 2003 kauften wir 22 Werkzeugsets für das Teppichknüpf-Training ein und gaben sie den Ringmo und den Pugmo "Schwestern-Gruppen" (Didi-Bahini Samoa). Die Pugmo Gruppe führte ein zweimonatiges Training für 10 Schülerinnen durch. Diese lernten schnell und konnten rasch auch selber Teppiche weben. Glücklicherweise hatten Pasang und Pagtsan, zwei Frauen aus Pugmo, bereits ein Training in Dunai erhalten, das 2001 vom WWF finanziert worden war. Dieses Mal konnten sie ihr Wissen an die anderen weitergeben. Das erfolgreiche Programm wurde fortgesetzt.

 


Nähkurse und Schneiderkurse

Im Winter 2003 begann der erste Schneiderkurs, bei dem Monlam Baiji und Pasang Baiji aus Pungmo in Kathmandu nähen lernten und später unentgeltlich Schulkleider für die Tapriza Schule herstellten. Die Ausbildung erwies sich als nützlich für das ganze Dorf, da mit einer angeschafften Nähmaschine das Gelernte direkt umgesetzt werden konnte. In den folgenden Jahren wurden weitere Frauen aus Ringmo und Phoksumdo unterstützt, sodass ein Teil der Schuluniformen nun lokal und maßgeschneidert gefertigt wird. Im Jahr 2020 haben wir auf Wunsch der Bevölkerung einen Schneider*innenkurs zur Herstellung der traditionellen Chubas (lange Mäntel, mit gewobenen Gürteln zusammengehalten, aus selbst gewobenem Stoff) finanziert.

Methi - Typische Phoksumdo Hüfttücher © Marietta Kind