Klöster und Kulturgüter

Klöster, Schreine, Statuen und Wandmalereien sind Teil von Dolpos einzigartigem kulturellen Erbe. Oft fehlen jedoch die finanziellen Mittel, um diese Kulturgüter fachgerecht zu erhalten und zu renovieren.

Mit kleineren und grösseren Beiträgen unterstützt der Tapriza Verein den Erhalt und Ausbau verschiedener Klöster und Schreine. So konnten unter anderem das Thasung Tsholing Kloster in Ringmo, der Erweiterungsbau des Yungdrung Droduling Klosters in Hurikot sowie die Renovationen des Thaktsen Rabgyeling Klosters in Pumer und des Namgyal Lhakangs in Pugmo realisiert werden. In Kalibon trug der Verein mit finanziellen Mitteln zum Aufbau eines neuen Klosters und einer damit verknüpfen Schule bei. Darüber hinaus förderten wir in Ringmo und Pugmo die Renovation von religiösen Schreinen, tibetisch Chörten genannt, den Wiederaufbau von Eremitenklausen sowie die Erhaltung und Neuauflage historischer Schriftwerke.

 

Klöster und Kulturgüter unterstützen

  • Klöster und Schreine renovieren, erhalten, erweitern
  • Wandmalereien, Statuen und religiöse Objekte renovieren
  • Maskentänze und traditionelle Feste unterstützen
Einweihung des neuen Kalibon Gompa © Geshe Tsultrim.

Das Thasung Tsholing Kloster in Ringmo am Ufer des Phoksumdosees © M. Kind
Restaurierte Wandmalereien im alten Ringmo Gompa © Geshe Lodrö Choklek.

Ringmo Kloster – Thasung Tsholing Gompa

Das Kloster Thasung Tsholing Gompa in Tsho (tib. mTsho = nep. Ringmo) besteht aus einer Gruppe von neun Häusern und liegt am steilen östlichen Seeufer, 15 Gehminuten vom Dorf entfernt. Hinter dem Kloster erhebt sich eine gewaltige Steilwand, und unter dem Kloster fällt das Ufer abrupt ins Wasser. Die Gründungsgeschichte des Klosters erzählt von dieser speziellen Lage. Gemäss der Überlieferung jagten viele Jäger ihre Beute in diese felsige Ecke, aus der die Tiere nicht mehr entkommen konnten. Der Bön-Lama Treton Tshewang Tshultrim gründete das Kloster, um dem Töten ein Ende zu setzen und diesen Platz zu schützen (mtha' srung, 'geschützter Abgrund'). Heute leben mehrere Mönche im Kloster, welches vom Abt Khenpo Geshe Samdrup Nyima geführt wird.

Wir haben den Bau der neueren Gompa und einer dazugehörigen Küche unterstützt, da der Platz in der alten für die Dorfanlässe und Festivals nicht mehr ausreichte. Dazu kamen Beiträge an Wandmalereien, Bücher und Statuen. Inzwischen wurde das alte Kloster teilrenoviert und zu einem kleinen Museum umfunktioniert. 2024 wurde das Museum im alten Gompa eingeweiht mit Ritualen und Tänzen unserer Tapriza-Schulkinder.


Schrein-Renovationen

Die Chörten (tib. mchod rten, skr. stupa) sind Schreine, welche auf die spirituelle Welt und auf die Vorfahren verweisen. Ringmo ist von einer grossen Zahl solcher Schreine in allen Richtungen umgeben. Sie grenzen einerseits die wilde Natur von der menschlichen Siedlung ab und dienen andererseits als religiöse Zeichen. Die Dorfbevölkerung von Ringmo renoviert diese Schreine Schritt für Schritt und versucht, die enthaltenen Wandmalereien zu restaurieren und vor dem Zerfall zu bewahren. Von besonderer Bedeutung sind die vier Durchangsschreine, die der Treton Meister in den vier Himmelsrichtungen in Dolpo gebaut hat, um in alle Richtungen Schutz zu bieten. Sowohl in Ringmo wie auch in Pugmo haben wir Renovationen von Chörten unterstützt.

 

Chörten Renovation in Dolpo, drawing in progress by Tenzin Norbu © Tenzin Norbu
Ringmo Kalsang Obar Chörten © Marietta Kind

Restaurierte Wandmalereien im alten Ringmo Gompa © Geshe Lodrö Choklek.

Namgyal Lhakhang Gompa (Pugmo)

Das Kloster von Pugmo befindet sich im Zentrum des Dorfes und wird für alle religiösen und kulturellen Anlässe der Dorfgemeinschaft genutzt. Seinen Namen verdankt es der grossen blauen Statue im Innern des Hauptraumes. Der Tapriza Verein hat bereits mehrere Renovationen von Dach, Wandmalereien und Statuen auf Anfrage der Dorfbevölkerung mit Beiträgen unterstützt. Zudem haben wir den Kauf und Transport der zentralen Kanjur und Tenjur Texte für das Kloster ermöglicht.


Taktsen Rabgyeling Gompa (Pumer)

Das Kloster wurde vor rund 300 Jahren vom Bön Lama Jimpa Gyaltshen aus der Dongminyag-Linie in Pumer erbaut. Das Kloster war ein bedeutender Wallfahrtsort, an dem Mönche lernten und meditierten. Über Generationen wurde es von der Treton-Linie geführt, verfiel jedoch, als die männlichen Nachkommen ausblieben.

Vor etwa 120 Jahren kam Lama Namgyal Shenrab Gyaltshen aus der Khyungpo Karu-Linie nach Dolpo, liess sich im Kloster nieder und brachte der Bön-Tradition neuen Aufschwung. Unter seiner Führung wurde das Kloster erweitert und in Padma Ling Gompa umbenannt. Es entwickelte sich zum zentralen religiösen Ort für ganz Dolpo. Heute trägt es den Namen Thegchen Rabyeling und wird weiterhin von der Khyungpo Karpo-Linie geleitet. Wir unterstützen das Kloster regelmässig und haben im Laufe der Jahre Renovationen am Dach, die Restauration von Statuen und Wandmalereien sowie den Erwerb heiliger Bön-Schriften (Kangyur und Tengyur), eine Besonderheit in ganz Dolpo, ermöglicht.


Yungdrung Droduling Kloster und angegliederte Schule

Das Kloster Yungdrung Droduling Gompa in Hurikot ist in der Bön-Tradition der Region sehr wichtig. Hier werden junge Novizen ausgebildet, während sie begleitend auch den Regierungschulplan lernen. Der Abt Geshe Nyima Wozer betreibt ebenfalls eine Unterkunft für ärmere Schulkinder aus abgelegenen Dörfern. Wir unterstützen dieses Projekt seit Begin im Jahr 1996.


Kalibon Monrisosum Kloster

Die Bewohner des Dorfes Kalibon setzten sich dafür ein, dass in der Nähe ihres Dorfes in der heiligen Bön Landschaft von Morisosum (Mon ri zur gsum) ein Kloster gebaut wird, da die Gegend für die Anhänger der Bön-Religion (Bönpo) eine grosse religiöse Bedeutung hat. Inzwischen wurde das Kloster gebaut und vom Abt Geshe Tsultrim Chogden eingeweiht. Wir haben diesen Prozess begleitet und sind weiterhin am Unterhalt – wenn notwendig – involviert.


Herz der Lama Chumig Pilgerreise mit der heiligen Quelle und der Eremitenklause © Dawa Dhondup

Lama Chumik Einsiedelei

Die Eremitenklause von Lama Chumik liegt im Zentrum der gleichnamigen Pilgerreise, etwa einen Tagesmarsch vom Dorf Pugmo entfernt. Die Klause ist Teil der inneren Umkreisung, der Kora um den Fels mit der heiligen Quelle. Umgeben von heiligen Fuss- und Körperabdrücken früherer Meister dient die Eremitenklause heute als Meditationsort. Einmal jährlich pilgert die ganze Dorfgemeinschaft hierher, um die Spuren der Meister und die beseelte Landschaft zu ehren. Alle zwölf Jahre - im tibetischen Schlangenjahr - ist ein besonders glücksverheissender Zeitpunkt für die Pilgerreise, so auch 2024. Nachdem die Klause lange zerfallen war, haben wir ihren Wiederaufbau mit einem einmaligen Beitrag unterstützt.

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