Isolierter "Warmer Raum"

von Marietta Kind Furger

Projekt «Warm Room», ein geheizter und isolierter warmen Aufenthalts- und Lernraum für die bitterkalten Tage.

Projekt «Warm Room»

Hoch in den Bergen auf über 3000 m ü. M. wurde ein lang gehegter Traum Wirklichkeit: Seit 2025 gibt es an der Tapriza Schule einen warmen Raum, in dem Schüler*innen auch an bitterkalten Wintertagen lernen können. Die Planung hatte im Herbst 2023 begonnen. Vereinspräsidentin Marietta Kind und ihr Mann, Urs Furger,  Vorstandsmitglied und Architekt, waren an die Tapriza Schule gereist. Gemeinsam mit der Schulleitung bestimmten sie einen hellen, 92m² grossen Raum zum zukünftigen «Warm-Room». Mit der Aussicht auf eine grosszügige Unterstützung durch den Verein Nepaltara und die ABZ Stiftung und ergänzt mit eigenem Fundraising startete das Umbauprojekt. Dazu mussten zahlreiche Etappen gemeistert werden: Isolierfenster, Türen und Dämmmaterialien wurden in Kathmandu beschafft, per Bus nach Dunai transportiert und von dort mit Mauleseln und Trägern bis zur Schule gebracht – eine Reise voller Herausforderungen. Gleichzeitig lief die Beschaffung von Holz aus den umliegenden Wäldern. Die Bäume wurden in mühevoller Handarbeit gefällt, zur Schule gebracht und dort von Schreinern verarbeitet. Ein Generator erleichterte die Arbeit. Im Verlauf des Jahres folgte die Montage: Dämmung, Dampfsperren und Holzverkleidung verwandelten den Lagerraum nach und nach in einen einladenden Lernort.

Der Transport der isolierten Gläser wird in Kathmandu vorbereitet © S. Lama
Das von Hand gesägte und transportierte Holz wird getrocknet © S. Lama
Die kleinen wärmen sich am Ofen im "Warm room" auf © S. Lama

Für die Schulleitung war dieses Projekt eine Herzensangelegenheit, denn bisher waren die eisigen Temperaturen eine kaum überwindbare Hürde, um den Lehrplan vollständig umzusetzen – besonders für die älteren Jahrgangsstufen. Mit dem Projekt «Warm Room» setzte die Schule einen Meilenstein: Ziel war es, einen Lagerraum in einen gut isolierten, behaglichen Unterrichtsraum zu verwandeln. Zudem sollte der «Warm Room» zum Vorbild für zukünftige, nachhaltige Bauprojekte in den umliegenden Dörfern werden. Denn bisher gab es in der Region keine isolierten Räume. Feuerstellen und einfache Holzöfen waren die einzigen Wärmequellen. Doch mit dem aufkommenden Tourismus wächst der Wunsch, auch im Winter länger in den Dörfern zu bleiben, statt wie bisher in wärmere Regionen zu ziehen.

Im November 2024 war es soweit – die ersten Schüler*innen betraten den «Warm Room». Die Überraschung war gross: Schon ohne Heizung wurde es warm, sobald die Kinder den Raum nutzten. Der Erfolg des Projekts ist ein grosser Schritt für die Schule. Noch stehen einige Arbeiten an: Gasöfen sollen installiert, solargespeiste Lichter verkabelt und flexible Raumteiler angebracht werden. Dank des «Warm Room» soll das Lernen in der kalten Jahreszeit angenehmer werden und die Möglichkeit bestehen, für die oberen Klassen den Unterricht vor Ort etwas zu verlängern.